Humanismus und Umweltschutz

…sind in dieser Welt immer mehr ein hohle Phrase und kommen nur zum Tragen, wenn sie nicht mit kapitalistischer Gewinnsucht kollidieren. Das ist echt zum Kotzen!

Ich kann es wirklich nicht mehr hören. In dem Film “We feed the world” sagt ein Pioneer Mitarbeiter auf der Mangementebene, als Privatmensch bevorzuge ich natürlich gewachsene Nahrung und erkenne an, dass diese besser und gesünder ist, aber als Manager von Pioneer stehe ich natürlich voll hinter der Firmenpolitik, also trete für Genfood ein. Oder ein Bürgermeister aus dem Gebiet Almeria in Spanien, wo bald nur noch Trockenheit herrschen wird, weil die Wasserressourcen mehr und mehr von den riesigen Treibhauslandschaften erschöpft werden, aus denen die Discounter wie Aldi, Lidl und Konsorten ihre Gemüse beziehen, natürlich trete ich dafür ein, dass unsere Anbau hier vergrößert wird und das Wassequellen und Möglichkeiten der Bewässerung herangezogen werden und denke die Interessen des Umweltschutzes müssen in so einem Fall zurücktreten, denn immerhin hängen hier Arbeitsplätze dran. Und einen Moment später: Als Privatmensch sehe ich die Sache ganz anders und bin natürlich für Umweltschutz.

Ich kann nicht verstehen wie diese Menschen in so einer Grätsche leben. Wie kann ich so gegen meine Überzeugung handeln nur weil es mir einen Job sichert? Diese beiden Beispiele sind ja nur eine Sache. Ich höre immer öfter “Ja sicher ist das Scheiße, aber der Rubel muss ja rollen”. Ich frage mich dann immer: Wirklich und um jeden Preis? Geht es wirklich nur noch darum immer mehr zu haben, egal was es für zukünftige Genrationen bedeutet?

Bei der Almeria-Geschichte fand ich übrigens noch sehr interessant, dass sich keiner berufen fühlte zu erwähnen unter welch unmenschlichen Bedingungen die Arbeiter dort leben. Baracken, Wasserzuteilung, kaum Bezahlung und das wenige Geld können sie gleich im Supermarkt des Betreibers lassen. Größtenteils sind die Menschen dort illegal und können nirgends anders hin. Die meisten kommen aus Nordafrika und sitzen nun in dieser modernen Art der Sklaverei fest.

Abgesehen davon, dass ich nicht gewillt bin Obst und Gemüse zu essen, dass unter solchen Umständen gezogen wurde und das ganz sicher nie Erde, geschweige denn Sonne gespürt und gesehen hat, möchte ich nichts essen, dass aus so einem System stammt.

Besonders gehen mir im Moment in diesem Zusammenhang Menschen auf die Eierstöcke, die um diese Umstände wissen und trotzdem weiter da kaufen, weil es ja so praktisch ist. Weil Aldi nun ja mal alles gleich hat und so billig ist. Das ist echt das letzte.

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